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Geschlechterrollen | Geschlechterklischees

Zwei Mädchen und zwei Jungen stehen nebeneinander.

Geschlechterrollen gibt es in jeder Kultur.

Jungen spielen gerne mit Autos, lieben Abenteuer, Ritter und Piraten und sind laut und mutig. Mädchen spielen mit Puppen, wollen Prinzessin oder Topmodel werden und sind eher ängstlich und hilfsbereit. So in etwa sieht das Bild aus, das viele von uns von 'typischen' Jungen und 'typischen' Mädchen haben. In unseren Köpfen haben wir also bestimmte Geschlechterrollen oder auch Geschlechterklischees. Gemeint sind damit Verhaltensweisen oder Erwartungen, die wir mit dem männlichen oder weiblichen Geschlecht verbinden.

Typisch weiblich, typisch männlich

Als 'typisch männlich' gelten zum Beispiel harte körperlich Arbeit, technisches Geschick und Berufe wie Feuerwehrmann oder Pilot, als 'typisch weiblich' dagegen Hausarbeit, Kindererziehung und Berufe wie Grundschullehrerin oder Erzieherin. Aber warum ist das so? Geschlechterrollen wachsen schon sehr früh in unseren Köpfen heran. Manche Forscherinnen und Forscher sind der Meinung, bestimmte Vorlieben von Jungen und Mädchen seien angeboren. Sie haben Kleinkinder beobachtet und festgestellt, dass viele Jungen schon früh eher zu Fahrzeugen greifen und Mädchen zu Puppen. Andere Wissenschaftler sagen, dass es so etwas wie angeborene Vorlieben und Verhaltensweisen nicht gibt.

Stark beeinflusst werden wir aber von unserem sozialen Umfeld, also unseren Eltern, Geschwistern und Freunden. Schon als Babys werden Jungen oft in blau, Mädchen in rosa gekleidet. So lernen wir, welche Farben für welches Geschlecht stehen. Diese Farbvorliebe ist bestimmt nicht angeboren, denn früher war es genau anders herum: Damals galt rosa als die Farbe der Jungen, Mädchen trugen hellblau.

Rollenverhalten entsteht auch durch Nachahmung

Drei junge Männer mit rosa Perücken und Shirts an Karneval.

Früher galt Rosa als das 'kleine Rot' und stand für leidenschaftliche Kämpfer.

Vieles lernen wir auch durch Beobachten: Wenn sich zum Beispiel in einer Familie die Mutter vorwiegend um Haushalt und Kinder kümmert, der Vater arbeiten geht und immer alles repariert, dann merken wir uns diese Rollenverteilung und ahmen sie nach. Wir verinnerlichen: Das ist typisch weiblich und das typisch männlich. Solche Geschlechterrollen werden uns im Laufe unseres Lebens immer wieder vorgesetzt – zum Beispiel in Büchern, im Fernsehen oder in der Werbung. Und passend zu diesen Geschlechterrollen werden extra Produkte 'nur für Mädchen' oder 'nur für Jungen' verkauft.

Viele Menschen sehen in diesen festgefahrenen Geschlechterrollen ein großes Problem. Sie sagen: Mädchen und Jungen werden dadurch in Schubladen gesteckt und in ihrer Entwicklung beeinflusst und eingeschränkt. Wenn Jungen zum Beispiel durch Spielzeug immer vorgegeben bekommen, dass Jungen nun mal auf Action und Abenteuer stehen, sich für Technik interessieren und am liebsten Feuerwehrmann oder Pilot werden wollen, dann ist es unwahrscheinlich, dass sie später mal einen sozialen Beruf wie Erzieher oder Krankenpfleger ergreifen werden.

Stand: 07.03.2024, 12:33 Uhr

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