Ukraine

Blauer Himmel über gelbem Weizenfeld: Die Ukraine wurde früher als Kornkammer Europas bezeichnet. Auch heute gibt es dort noch viel Landwirtschaft | Bildquelle: Jürgen Christ

Die Ukraine ist ein Land in Osteuropa. Sie ist etwa doppelt so groß wie Deutschland und nach Russland das zweitgrößte Land Europas. Allerdings leben nur etwa halb so viele Menschen in der Ukraine wie in Deutschland. Die meisten von ihnen sprechen Ukrainisch, viele aber auch Russisch. Die beiden Sprachen sind sich ähnlich, weshalb sich die Menschen untereinander verstehen können. Die Ukraine hat viele Nachbarländer: Im Osten grenzt sie an Russland, im Norden an Weißrussland, im Westen an Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Moldawien.

Die Ukraine ist ein eher flaches Land, durch das viele Flüsse fließen. Im Westen des Landes liegen die Karpaten, ein großes Gebirge. Im Süden befindet sich das Schwarze Meer mit der Krim-Halbinsel.

Bis zum Ende des Kalten Krieges zwischen Ost und West war die Ukraine Teil der Sowjetunion, die kommunistisch regiert wurde. Seit 1991 ist sie ein unabhängiger Staat. Ihre Hauptstadt heißt Kiew.

Mit militärischen Übungen zeigen russische Truppen immer wieder ihre Präsenz in der Ukraine. | Bildquelle: imago images/ITAR-TASS

In den vergangenen Jahren hat die russische Regierung immer wieder versucht, sich in ukrainische Angelegenheiten einzumischen. Im Jahr 2014 haben Kämpfer mit russischer Unterstützung Teile der Ukraine besetzt, darunter die Halbinsel Krim. Dabei sind viele Menschen ums Leben gekommen. Im Osten des Landes denken viele Menschen, die Ukraine solle wieder zu Russland gehören. Einige Städte haben aus diesem Grund ihre Unabhängigkeit von der Ukraine erklärt. Der Konflikt hält weiter an und verschärfte sich, als Russland Anfang 2022 viele militärische Einheiten an der Grenze zur Ukraine positionierte. Viele Politiker aus der ganzen Welt versuchen, zu vermitteln, um eine kriegerische Auseinandersetzung zu verhindern.

Atomunfall mit Folgen

Teile der Ukraine wurden so stark mit radioaktiven Strahlen verseucht, dass sie bis heute nicht bewohnbar sind.. | Bildquelle: dpa Picture-Alliance / Grigoriy Vasilenko

Am 26. April 1986 kam es in der ukrainischen Stadt Tschernobyl zu einer schweren Explosion in einem Atomkraftwerk. Die radioaktive Strahlung, die bei dem Unfall ausgetreten ist, hat viele Tausend Menschen in der Ukraine krank gemacht oder sogar getötet. Durch Wind und Regenwolken konnten sich die Strahlen immer weiter ausbreiten – sogar bis nach Deutschland. In der Ukraine selbst gibt es heute immer noch Gebiete, die radioaktiv verseucht sind und von niemandem betreten werden dürfen.

Politik zwischen den Stühlen: die Ukraine, Russland und der Westen

Viktor Janukowitsch war von 2010 bis 2014 Präsident der Ukraine. | Bildquelle: WDR/dpa/Tim Brakemeier

2012 fand die Fußballeuropameisterschaft in Polen und der Ukraine statt. Viele westeuropäische Staatschefs, die eigentlich in die Ukraine reisen wollten, um ihre Nationalmannschaften zu unterstützen, sagten ihr Kommen schon vor dem Beginn des Wettbewerbs ab. Sie wollten damit gegen die Politik des damaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch protestieren. Janukowitsch hat viele politische Gegner:innen verhaften lassen. Außerdem wurde ihm vorgeworfen, die Menschenrechte, die Pressefreiheit und die Meinungsfreiheit zu missachten.

Der Majdan, ein zentraler Platz in Kiew, war oft Schauplatz von Protesten gegen die ukrainische Regierung. | Bildquelle: WDR/dpa/Sergey Dolzhenko

Internationale Organisationen warfen der ukrainischen Regierung vor, die Korruption im Land nicht ausreichend zu bekämpfen und sogar selbst korrupt zu sein. Viele Ukrainer gingen auf die Straße und demonstrierten gegen den Präsidenten Janukowitsch. Bei den Protesten kam es mehrmals zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Dabei wurden viele Menschen verletzt und einige sogar getötet. Janukowitsch wurde vorgeworfen, den Demonstrationen bewusst gewaltsam entgegengetreten zu sein.

Im Februar 2014 wurde Janukowitsch als Präsident abgesetzt und ging ins Exil nach Russland, wo er unter dem Schutz des russischen Präsidenten Wladimir Putin steht. 2017 wurde er in Abwesenheit wegen Hochverrats angeklagt und zwei Jahre später auch zu 13 Jahren Haft verurteilt. Allerdings ist fraglich, ob er seine Strafe jemals absitzen wird.

Viele Politiker:innen bemühen sich um Lösungen im Ukraine-Konflikt. | Bildquelle: Getty Images/Chris McGrath

Während Janukowitsch in seiner Amtszeit die Nähe Russlands suchte, blicken seine Nachfolger, besonders der seit 2019 amtierende Präsident, Wolodymyr Selenskyj, eher Richtung Westen uns befürworten eine Annäherung an die EU und eine Eintritt in die NATO.

Krieg in der Ukraine

Am 24. Februar 2022 entsendete der russische Präsident Wladimir Putin Soldaten in verschiedene Regionen der Ukraine. Er sprach von "Friedenstruppen", die in den Provinzen Luhansk und Donezk im Osten des Landes angeblich für Frieden sorgen sollten. Beide Provinzen hatte er zuvor einseitig zu unabhängigen "Volksrepubliken" erklärt.

In den darauf folgenden Tagen nahm er ukrainische Städte in mehreren Regionen unter Beschuss, auch auf die Hauptstadt Kiew wurden und werden Raketen gefeuert. Weltweit verurteilen andere Staaten diesen Angriffskrieg und versuchen, der ukrainischen Regierung und dem ukrainischen Volk zu helfen. Die Hilfe besteht aus Strafen (Sanktionen) gegen Russland, die zumeist die Wirtschaft betreffen und Putin zum Abbruch des Krieges bewegen sollen, aber auch aus Nothilfen für die Bevölkerung. Viele Ukrainer:innen, besonders Frauen und Kinder, sind aus dem Land geflohen und suchen Schutz in anderen Ländern, auch in Deutschland.