Unterschiedliche Strömungen

Unterschiedliche Strömungen

Surfcamp - Zeichnung: So verläuft der Golfstrom

Im Wesentlichen unterscheidet man vier verschiedene Strömungen (auch Englisch "Current" genannt): Strömungen, die durch (1) Wärmeaustausch, (2) Wind, (3) Gezeiten oder (4) das Brechen einer Welle entstehen. Strömungen, die durch den Ausgleich von unterschiedlichen Temperaturen im Wasser (1) entstehen, sind für das Surfen am Surfort zunächst einmal unerheblich – auch wenn sie einen Einfluss auf das Wetter haben können. Der wohl bekannteste unter diesen Strömungen ist der Golfstrom.

Bei Strömungen, die durch lokale Winde am Surfort (2) verursacht sind, werden die oberen Wasserschichten durch den Wind aufgewühlt. Das kann bedeuten, dass du kräftiger paddeln musst. Der Einfluss der Gezeiten auf die Strömungen (3) ist ebenfalls eher gering – es kann lediglich bei starker Flut zu größeren Wellen kommen. Vorsichtig solltest du jedoch bei Inseln sein. Hier kann sich die Strömung tatsächlich beim Ab- und Auflaufen des Wassers steigern und dadurch gefährlich werden.

Die größte Auswirkung für Surfer hat aber die Strömung, die von den brechenden Wellen (4) verursacht wird. Die goldene Regel hier lautet: Dort wo Wellen brechen, ist auch immer Strömung. Sind die Wellen groß, kann man auch von einer starken Strömung ausgehen. Hier drückt die Kraft der Wellen die Wassermassen ans Land.

Der Channel

Surfcamp - Zeichung eines Channels am Strand

In den Ausläufen der gebrochenen Welle entsteht aber auch eine Gegenströmung: Das Wasser, das am Ufer bricht, will wieder zurück ins Meer fließen. Dafür sucht es sich den einfachsten Weg mit den wenigsten Hindernissen – auch den Weg des geringsten Widerstands genannt. Dieser liegt meist an tieferen Stellen im Untergrund in Rillen, Furchen, Gräben oder auch Kanälen. Man nennt diese Gegenströmung auch den "Channel" (Englisch für "Kanal"). Man kann ihn sehr gut daran erkennen, dass sich dort keine oder nur kaum Wellen brechen, was mit der Bodentiefe zusammenhängt.

Bei Küsten mit sandigem Untergrund sind die Channels manchmal aber leider doch nicht so gut zu erkennen. Gerade bei großen Sets (Set = Gruppe von Wellen, die die Küste gemeinsam anlaufen) kann es vorkommen, dass sich auch im Channel Wellen brechen. Daher sollte man bei starkem Wellengang erst einmal die Sets und ihre jeweiligen Setpausen beobachten, abwarten und gucken, ob man den Channel nicht doch ausmachen kann.

Die Lateralströmung

Surfcamp - Zeichnung: Lateralströmung

Dass man als Anfänger die Strömungen nicht immer sofort erkennt, ist nicht schlimm. Das Wissen darüber wächst mit der Erfahrung. Die wichtigste Strömung ist dort, wo die Wellen brechen. Hinter dem "Line-Up" (dort wo die Wellen noch nicht gebrochen sind) muss man daher meistens nicht mit starken Strömungen rechnen. Je nach Form der Küste oder einem sehr starken Wind, kann es aber dennoch zu weiteren Strömungen kommen. Eine wichtige Strömung hierbei ist die Lateralströmung, auch Küstenlängsströmung, genannt, die parallel zur Küste läuft. Nimmt sie dich mit, kann es sein, dass du schnell nach links oder nach rechts abdriftest, ohne dass du das überhaupt merkst.

Fixpunkt an Land

Surfcamp - Surfer schaut zum Land nach einem Fixpunkt

Wichtig beim Rauspaddeln ist, dass du weißt, wo du dich gerade befindest. Um dich besser orientieren zu können, hilft es, dir einen Fixpunkt an Land zu suchen und dich immer mal wieder danach umzuschauen. Gut sind Objekte, die sich nicht bewegen können wie z. B. ein markanter Stein oder ein Busch. Wenn du bereits zu weit in eine Richtung abgetrieben bist, kannst du – um deine Kräfte zu schonen – die nächste Weißwasserwelle anpaddeln, dich bis zum Strand mitziehen lassen, das Board in die Hand nehmen, lässig zum Fixpunkt zurückwandern und dich dann erneut in die Wellen schmeißen.

Stand: 07.06.2017, 11:41

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