Landflucht

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Landflucht

Verlassene Dorfstraße in Haidemuehl in Brandenburg.

In Brandenburg wird der Stadt-Land-Unterschied besonders sichtbar: Rund um Berlin und in Potsdam wohnen viele Menschen, doch im Rest Brandenburgs steht jede zehnte Wohnung leer

In Deutschland leben über 80 Millionen Menschen. Doch wo diese Menschen wohnen, ist sehr ungleich verteilt. Während in den Großstädten sehr viele Menschen auf engem Raum leben, gibt es z.B. in Teilen Ostdeutschlands Landstriche, in denen kaum noch jemand lebt und wo viele Häuser leer stehen. Wenn Menschen vom Dorf in die Städte ziehen, nennt man das auch „Landflucht“.  

Die Vorzüge der Stadt

Ein Fahrrad steht an einer Bushaltestelle in einer ländlichen Region.

In vielen Dörfern kommt der Bus nur ein oder zwei Mal am Tag. Dann heißt es: Rauf aufs Rad!

Landflucht hat verschiedene Gründe: Vor allem junge Leute verlassen häufig die Dörfer, in denen sie aufgewachsen sind, um in Städten eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen. Insgesamt gibt es in der Stadt mehr Möglichkeiten, eine Arbeit zu finden, und man hat alles vor Ort, was man zum Leben braucht: Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, Schulen und Kitas, aber auch Restaurants, Theater und Kinos und eine gute Verkehrsanbindung. Viele kleine Orte erreicht man nur mit dem Auto, weil fast überall auf dem Land in den letzten Jahrzehnten Bahnlinien geschlossen wurden.

Ein Plakat mit der Aufschrift "Lasst die Schule im Dorf" hängt vor einer Grundschule in Thüringen.

Fast jedes Dorf hatte früher eine Schule. Ab den 60er Jahren wurden viele Grundschulen geschlossen und große, zentral gelegene Schulen gegründet

Auch viele Grundschulen mussten zumachen, insgesamt 1.800 in den letzten 20 Jahren. Häufig waren das sogenannte Klein- oder Zwergschulen: Schulen, in denen es pro Jahrgang nur eine kleine Klasse gibt, oder in der sogar die Klassen 1 bis 4 jahrgangsübergreifend unterrichtet werden.

Neuer Land-Trend dank Corona?

Die Corona-Pandemie hat den Trend der Landflucht zumindest verlangsamt. Viele Menschen wünschten sich während der Ausgangsbeschränkungen einen eigenen Garten und mehr Platz als in ihren engen Stadtwohnungen. Insgesamt zogen weniger Menschen in die Städte und vor allem die ländlichen Regionen rund um die Großstädte München, Berlin, Hamburg und Köln werden wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren weiterwachsen. Die Bevölkerung in sogenannten „strukturschwachen“ Regionen, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt, aber auch in einigen Teilen des Ruhrgebiets schrumpft dagegen immer weiter.

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