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Martin Luther

Magneten mit dem Porträt Martin Luthers aus einem Gemälde.

Martin Luther lebte von 1483 bis 1546.

Martin Luther wird als Begründer der Evangelischen Kirche bezeichnet. Mit seiner Kritik an der Kirche löste er 1517 die Reformationsbewegung aus, die dazu führte, dass sich die evangelische Kirche von der katholischen abspaltete. Martin Luther wurde aber auch deshalb berühmt, weil er zum ersten Mal die Bibel in die deutsche Sprache übersetzt hat.

Martin Luther wird Mönch

Das Luther-Denkmal auf dem Marktplatz von Eisleben.

Das Denkmal von Martin Luther steht in Eisleben, seiner Geburts- und Todesstadt

Martin Luther wurde am 10.11.1483 in Eisleben geboren, einer Stadt im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt. Auf Wunsch seines Vaters zog Luther mit 17 Jahren nach Erfurt, um Jura zu studieren und Rechtsgelehrter zu werden. Aber dann kam alles ganz anders: 1505 geriet Luther auf einer Reise in ein schweres Gewitter. Ein Blitz schlug so nahe neben ihm in den Boden, dass er Angst hatte, zu sterben. Martin Luther betete und versprach Gott, ein Mönch zu werden, falls er das Gewitter überleben würde. Noch im gleichen Jahr brach er sein Studium ab und trat in ein Augustinerkloster ein. 1507 wurde der Mönch Martin Luther zum Priester geweiht. Er studierte Theologie und unterrichtete anschließend als Professor an der Universität Wittenberg.

Die 95 Thesen

Ein Bild aus dem 19. Jahrhundert zeigt Luther, der Zettel an eine Kirchentür nagelt.

Martin Luther nagelte am 31.Oktober 1517 die 95 Thesen an die Schlosskirche

Martin Luther war ein sehr gläubiger Mann und als Mönch dazu verpflichtet, der Kirche zu dienen und zu gehorchen. Einige Dinge an der katholischen Kirche störten ihn jedoch so sehr, dass er 1517 95 Thesen verfasste, in denen er all das kritisierte, was ihm nicht gefiel. Ganz besonders verurteilte er den Ablasshandel. Einige Mönche verkauften damals im Namen der Kirche so genannte Ablassbriefe. Sie behaupteten, dass die Menschen als Strafe für ihre Sünden nach dem Tod ins Fegefeuer kämen. Von dieser Strafe könnten sie sich mit den Ablassbriefen frei kaufen. Luther machte das wütend. Er hatte nämlich in der Bibel eine Stelle gefunden, an der geschrieben stand, dass Gott nicht strafen, sondern vergeben will. Er fand außerdem, dass die Kirche die Menschen mit den Ablassbriefen ausnutzte, um an Geld zu kommen.

Luther wird verurteilt

Blick auf die Wartburg auf dem Felsen über Eisenach.

Um nicht entdeckt zu werden, kleidete Martin Luther sich auf der Wartburg wie ein Ritter und nannte sich ‚Junker Jörg’

Luther schickte seine 95 Thesen an den Erzbischof von Mainz und seine Freunde. Seine Ansichten verbreiteten sich aber auch in der Bevölkerung, denn es gab damals viele Menschen, die wie er mit der Kirche unzufrieden waren. Wegen seiner Kritik wurde Martin Luther nach langem Streit aus der Kirche ausgeschlossen. Aber auch der damalige Kaiser und der Reichstag verurteilten Luther und erklärten ihn für vogelfrei. Das bedeutete, dass Luther keine Rechte mehr hatte und jederzeit getötet werden konnte. Mit der Hilfe des Kurfürsten Friedrich dem Dritten gelang es ihm, sich unter falschem Namen auf der Wartburg in Eisenach zu verstecken. Diese Zeit nutze er dazu, die Bibel in die deutsche Sprache zu übersetzen. Zum ersten Mal konnten viele Menschen die Bibel lesen und verstehen. Die Bibelübersetzung hatte auch einen großen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Sprache.

Luther gründet eine Familie

1522 kehrte Luther nach Wittenberg zurück. Dort hatte er viele Anhänger und arbeitete an der Veränderung der Kirche und der Gottesdienste nach seinen Vorstellungen mit. Er trat aus dem Augustinerorden aus und heiratete 1525 die ehemalige Nonne Katharina von Bora, mit der er sechs Kinder bekam. Am 18. Februar 1546 starb Martin Luther während einer Reise in seinem Geburtsort Eisleben. Er wurde in der Schlosskirche von Wittenberg begraben.

Altdeutsche Schrift auf Metallplatten, im Hintergrund geht Mann.

Martin Luther wurde in der Schlosskirche von Wittenberg begraben. Zur Erinnerung wurden an einer Kirchentür seine 95 Thesen angebracht.

Auch nach seinem Tod ging der Streit zwischen der katholischen Kirche und den Reformationsanhängern weiter. 1530 kam es schließlich zur endgültigen Trennung in katholische und evangelische Kirche.

Stand: 23.03.2010, 12:22 Uhr

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