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Sand

Hände halten Sand, Muscheln und Bernsteine.

Steine, Muscheln oder Korallen - Sand kann aus verschiedenen Materialien bestehen

Die kleinen Körnchen, die bei uns als Sand am Strand, auf Spielplätzen und Kiesgruben liegen, haben oft eine sehr lange Reise hinter sich.
Die beginnt meistens damit, dass sich große Gesteinsbrocken von hohen Gebirgsketten lösen und ins Tal rollen, wobei sie auf dem Weg in immer kleinere Stücke zerbrechen. Unten angelangt, fallen die Felsstücke in Bäche. Der Wasserstrom trägt sie von dort weiter, bis sie auch in größere Flüsse gelangen. Auf dem ganzen Weg schlagen sie immer wieder an andere Steine und werden stetig zerkleinert. Über tausende von Jahren werden so aus großen Gesteinsbrocken erst Steine, dann kleine Kiesel und irgendwann winzige Sandkörner. Manche von ihnen gelangen über die größeren Flüsse bis ins Meer. Sand setzt sich oft aus verschiedenen Gesteinsarten zusammen, wie z.B. Quarz, Karbonat oder Olivin.

Doch nicht jeder Sand entsteht auf diese Weise: Es gibt zum Beispiel schwarzen Sand aus Vulkangestein oder weißen, der größtenteils aus zermahlenen Resten von Korallen und Muschelschalen entstanden ist. Sand muss also auch nicht immer aus Gestein bestehen.

Sand als kostbarer Rohstoff

Sandhügel auf Baustelle in Dubai.

Schon die Römer benutzten Sand, um ihre Gebäude stabil zu machen. Auf den riesigen Baustellen unserer Zeit, ist der Verbrauch aber viel höher

Fast jeder hat schon einmal mit Sand eine Burg gebaut - aber auch zum Bau von richtigen Häusern und sogar Wolkenkratzern wird jede Menge Sand benötigt! Denn dafür braucht man Beton, der zu großen Teilen aus Sand besteht. Nach Wasser und Sauerstoff ist Sand dadurch der meistverbrauchte Rohstoff der Welt. Vor allem in Regionen wie China, Singapur oder Dubai, wo viel gebaut wird, ist Sand heiß begehrt. Ganze Wolkenkratzerlandschaften entstehen dort aus dem Nichts. Dafür wird so viel Sand benötigt, dass die eigenen Vorkommen der Länder oft nicht ausreichen. Deshalb muss dort Sand in riesigen Mengen zum Beispiel aus Australien angeliefert werden. Besonders verrückt: Selbst nach Dubai muss Sand geliefert werden obwohl es dort riesige Wüsten gibt. Der Wüstensand eignet sich nämlich nicht zur Betonherstellung.

Sand wird aber auch noch in ganz anderen Bereichen verwendet. So kann man aus reinem Quarzsand z.B. Brillengläser oder Fensterglas herstellen. Dafür wird der Sand zum Schmelzen gebracht und danach in Form gegossen. Neben der Glasproduktion spielt der reine Quarzsand z.B. auch für die Herstellung von Computerchips eine wichtige Rolle. Mit Hilfe eines aufwendigen chemischen Verfahrens kann man nämlich aus Quarzsand den Stoff Silizium gewinnen und der ist der Grundstoff für Computerchips.

Gibt es genug Sand?

Ein Schiff pumpt Sand auf die entstehende Palminsel vor Dubai.

In Dubai wird Sand aus dem Meer gepumpt, um damit künstliche Inseln zu bauen

Im Moment gibt es noch viel Bausand auf der Welt, doch durch unseren enormen Sandverbrauch wird der Vorrat schnell kleiner. Zudem wird es weltweit immer schwieriger, Orte zu finden, an denen sich Sand ohne Schwierigkeiten und ohne die Natur zu schädigen abbauen lässt. Es gibt zum Beispiel Schiffe, die tonnenweise Sand vom Meeresboden saugen dabei aber oft auch ganze Unterwasserwelten zerstören. In Deutschland besteht allerdings noch kein Grund zur Sorge: Wir verfügen über große Sandvorkommen und der Abbau wird streng überwacht. Ehemalige Sandgruben werden oft in Seen umgewandelt, die zum Teil inzwischen sogar Naturschutzgebiete sind.

Stand: 24.03.2010, 14:54 Uhr

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