Waldameise

Je nach Art bevölkern hunderttausende bis mehrere Millionen Ameisen ein Nest. | Bildquelle: dpa Picture-Alliance / Willemeit

Weltweit haben Wissenschaftler bislang mehr als 15.000 verschiedene Ameisenarten beschrieben. Experten schätzen aber, dass es mindestens doppelt so viele gibt. Zu den in Deutschland heimischen Ameisen zählen auch sechs Arten der Hügelbauenden Waldameise. Sie bauen ihre Nester durch Zusammentragen von Pflanzenresten aus der Umgebung. Die auffälligen Nesthügel sind beim Spaziergang durch den Wald meist leicht zu entdecken. Bis zu zwei Metern kann  ein aus Ästen, Nadeln und anderem Material aufgeschichteter Hügel hoch sein. Ebenso tief kann der Bau auch in den Boden darunter reichen.

Der Ameisenstaat

Die Königinnen der Waldameisen sind deutlich größer als die Arbeiterinnen | Bildquelle: Frank Hecker/ddp images

Wie Bienen sind Ameisen staatenbildende Insekten, sie leben also niemals allein. In einem Ameisenstaat gibt es insgesamt drei Gruppen – man bezeichnet sie auch als Kasten: die Königinnen, die Männchen und die Arbeiterinnen. Die Königinnen spielen die wichtigste Rolle im Staat. Das liegt nicht etwa daran, dass sie – wie der Name vermuten ließe –  den Staat regieren, sondern dass nur sie Eier legen können. Pro Tag bis zu 300! Ohne Königin würde ein Ameisenvolk nicht überleben.

Die Männchen sind ausschließlich dazu da, die Königinnen zu befruchten, damit diese Eier legen können. Die Arbeiterinnen dagegen erfüllen die unterschiedlichsten Aufgaben, die sie in der Regel je nach Alter wechseln. Die jüngsten Arbeiterinnen betreiben zum Beispiel Brutpflege, die im mittleren Alter sind für Nestbau oder Reinigungsarbeiten zuständig und die ältesten suchen Futter. So hat jede Generation eine besondere Aufgabe, die der Gemeinschaft dient.

Die Kleine und die Große Rote Waldameise

Links die Große Rote Waldameise, rechts die Kleine Rote Waldameise. | Bildquelle: dpa Picture-Alliance / J. Kottmann, dpa Picture-Alliance / Braun, C.

Zwei der bei uns in Deutschland sehr häufig vorkommenden Waldameisenarten sind die Kleine Rote Waldameise und die Große Rote Waldameise. Trotz des sehr ähnlichen Namens unterscheiden sich die beiden Waldameisenarten. Die Kleine Rote Waldameise lebt meist in vielen verschiedenen Ameisenhügeln, die dicht beieinander liegen und miteinander verbunden sind. Die Große Rote Waldameise dagegen hält von Nest zu Nest einen größeren Abstand von mindestens 80 Metern ein. In einem Staat der Roten Waldameisen leben zwischen 200.000 und zwei Millionen Ameisen. Dabei gibt es im Hofstaat der Großen Roten Waldameise in der Regel nur eine einzige Königin während die Kleine Rote Waldameise mehrere hundert Königinnen hat.

Die Gesundheitspolizei des Waldes

Die Ameisen werden auch die Gesundheitspolizei des Waldes genannt. | Bildquelle: dpa Picture-Alliance / A. Hartl

Waldameisen spielen eine wichtige Rolle in der Natur. Sie beschützen zum Beispiel unsere Wälder, indem sie Schädlinge und tote Tiere fressen. Deshalb werden Ameisen auch gerne die „Gesundheitspolizei des Waldes" genannt. Auf der Suche nach Nahrung legen Ameisen teilweise große Strecken im Wald zurück. So lockern sie den Boden auf und sorgen dafür, dass Pflanzen besser wachsen können. Größeren Tieren wie zum Beispiel Vögeln  dienen Ameisen außerdem auch als Nahrung. Obwohl Ameisen im Wald so wichtig sind, sind viele von ihnen vom Aussterben bedroht. Schuld daran, dass so viele Ameisenarten bedroht sind, sind vor allem wir Menschen. Wir bauen immer mehr Straßen und setzen auf Feldern Insektenbekämpfungsmittel oder Dünger ein. Dadurch wird der Lebensraum der Ameisen immer kleiner.