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Wasserverschmutzung

Wir baden darin, lassen unsere Schiffe darauf fahren und sie versorgen unsere Felder mit Wasser: Bäche, Flüsse und Seen sind aus unserem Leben nicht wegzudenken. Aber nicht nur für uns sind sie wichtig – sie bieten auch Lebensraum für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten.

Zustand der Gewässer in Deutschland

Großer Ast liegt in Wasser.

Bis heute ist nur jeder zehnte deutsche Fluss in gutem ökologischem Zustand.

Deswegen ist es wichtig, unsere Gewässer zu schützen und sauber zu halten. Leider sind seit Jahren viele Gewässer in Deutschland und anderen europäischen Ländern stark verschmutzt: Im Jahr 2000 haben sich die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union deshalb verpflichtet, ihre Flüsse, Seen und das Grundwasser wieder in einen "guten Zustand" zu bringen. Die Staaten haben eine „EU-Wasserrahmenrichtlinie“ ausgearbeitet. Die sollte dafür sorgen, dass die dreckigen Gewässer bis spätestens 2015 wieder so natürlich aussehen und so sauber sind wie früher. Diese Frist konnte in Deutschland nicht eingehalten werden. Auch wenn sich die Wasserqualität schon deutlich verbessert hat, geht es vielen Gewässern immer noch nicht gut. Das angestrebte Ziel soll aber bis 2027 erreicht werden.

Ursachen und Gefahren der Wasserverschmutzung

Gelbes Abwasser läuft aus Rohr.

Veränderungen und Verschmutzung durch den Menschen gefährden das Leben von Pflanzen und Tieren am Fluss.

Für den schlechten Zustand der Gewässer ist häufig der Mensch verantwortlich. Besonders deutlich wird das am Beispiel der Flüsse: In der Vergangenheit hat der Mensch die Flüsse einfach als Abfluss genutzt. Er hat Abwässer aus den Städten und Giftstoffe aus den Industrieanlagen und Müllkippen in sie fließen lassen. Außerdem hat der Mensch Bäume und Büsche an den Ufern entfernt, um Häuser zu bauen und Felder anzulegen. Viele Flüsse hat er begradigt, damit Schiffe besser auf ihnen fahren können. Was zu dem Zeitpunkt als gute Idee erschien, hat leider in der Natur viel Schaden angerichtet: Fische finden keine ruhigen, geschützten Orte mehr, um sich zu verstecken oder ihre Eier abzulegen. Muscheln, Fischeier oder Insektenlarven werden unter Schlamm begraben oder weggespült, wenn starker Regen, Sand und Schlamm von benachbarten Feldern in das Gewässer schwemmt. Auch Dünger und Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft landen auf diese Art in manche Flüsse. Diese Giftstoffe sind auf Dauer gefährlich für alle Lebewesen im und am Wasser. Sehr empfindliche Tiere wie der Feuersalamander, die Köcherfliege oder das Bachneunauge sind wegen der Gewässerverschmutzung vom Aussterben bedroht.

Die bedrohte Flussperlmuschel

Flussperlmuschel

Die Flussperlmuschel findet man in Deutschland nur noch sehr selten.

Ein Tier leidet besonders unter dem schlechten Zustand unserer Gewässer: Die Flussperlmuschel. Sie ist sogar vom Aussterben bedroht. Dabei fand man sie Mitte des letzten Jahrhunderts in deutschen Bächen noch zu Millionen. Es gab sogar den Beruf des Muschelfischers und die kostbaren Perlen schmückten die Kronen europäischer Könige. Heute ist von den einstigen „Muschel-Herden“ jedoch nicht mehr viel übrig. Denn vor allem die Verschmutzung und Verschlammung vieler Bäche und Flüsse machen der Muschel zu schaffen. Die größten Restvorkommen leben heute in den Gewässern des Landkreises Hof in Oberfranken.

Stand: 10.06.2023, 16:39 Uhr

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