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Abhängigkeit | Sucht

Jugendliche stoßen mit Alkopops an.

Ungefähr 1,6 Millionen Deutsche sind alkoholabhängig. Nach Schätzungen sterben etwa 74.000 Menschen jedes Jahr an ihrer Sucht.

Eine Sucht ist eine schwere Krankheit. Man spricht davon, wenn Menschen von einer bestimmten Sache abhängig sind, also zum Beispiel ein ständiges Verlangen nach Drogen haben. Am weitesten verbreitet sind Stoffe wie Alkohol, Nikotin, Medikamente und illegale Drogen, also verbotene Mittel, die Menschen sich spritzen, schlucken oder rauchen können. Aber nicht nur Drogen können süchtig machen, sondern auch Tätigkeiten wie zum Beispiel Glücksspiel, einkaufen oder essen!

Die Folgen von Abhängigkeit

Grafik zeigt einen Querschnitt eines Gehirns.

Wenn wir süchtig machende Stoffe einnehmen, schüttet unser Gehirn Glückshormone aus. Der Körper denkt, dass das Suchtmittel etwas Gutes ist, auch wenn das gar nicht stimmt.

Jede Form von Sucht hat schlimme Folgen: Menschen, die abhängig sind, verbringen immer mehr Zeit mit ihrer Sucht, auch wenn ihnen das nicht guttut. Die Sucht wird wichtiger als alles andere, und so vernachlässigen viele Abhängige ihre Familie, verlieren ihre Freunde und das Interesse an Hobbys. Auch Schlafstörungen, Depressionen oder körperliche Krankheiten können Folge einer Sucht sein. Bestimmte Drogen können sogar Organe wie Lunge oder Leber zerstören. Egal um welche Suchtform es sich handelt: Wer abhängig ist, braucht Hilfe – auch, wenn er oder sie meint, dass das nicht nötig ist.

Süchtige und suchtgefährdete Eltern

Häufig haben Kinder von süchtigen Müttern oder Vätern Angst um ihre Eltern und das Gefühl, besonders für sie da sein zu müssen. Das kann so weit gehen, dass sie alle Haushaltsaufgaben übernehmen und sich selbst und ihre Bedürfnisse total zurückstellen. Sie kaufen zum Beispiel ein, versuchen Geld zu verdienen, kümmern sich um die Geschwister und vernachlässigen dafür vielleicht die Schule – nur um das suchtkranke Elternteil nicht zu belasten. Von dieser ganzen Verantwortung können sie selbst krank werden!

Im Vordergrund stehen ein Weinglas und eine Weinflasche, im Hintergrund hält ein Erwachsener ein Kind fest.

Jedes sechste Kind in Deutschland wächst in einer suchtbelasteten Familie auf.

Manche Betroffene haben auch Angst vor ihren suchtkranken Eltern: weil sie vielleicht laut und aggressiv werden wenn sie zum Beispiel Drogen genommen haben. Oder weil sie befürchten, dass ihre Eltern sauer werden könnten, wenn sie sich bei anderen Menschen Hilfe holen. Diese Ängste sind völlig normal. Trotzdem ist die Sucht eines Elternteils nichts, mit dem man allein fertig sollte. Es ist wichtig, mit einer Vertrauensperson darüber zu sprechen oder zu einer Beratungsstelle zu gehen.

Stand: 06.12.2022, 13:28 Uhr

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